Vorgestellt: Stefan Bäsmann
War das eine schwierige Geburt! Vor etwas mehr als vier Monaten vereinbarten Stefan und ich ein Interview für meinen FotoBlog. Aber immer wieder kam etwas dazwischen. Damit ist es nun aber vorbei – was ihr nun im Folgenden selbst lesen und sehen könnt.
Stefan Bäsmann ist ein leidenschaftlicher Fotograf aus Hamburg. Aufgefallen ist er mir in den virtuellen Welten des Alltags, also im Internet. Da sein Vorankommen in der Fotografie der Geschwindigkeit eines TGV (Schnellzug in Frankreich) gleicht, war das für mich ein Grund mehr, euch Stefan vorzustellen. Solltet ihr ihn schon kennen, erfahrt ihr vielleicht noch etwas mehr über ihn.
1. Stefan, magst du dich den Lesern einfach mal kurz vorstellen?
Nichts leichter als das. Na gut, so einfach ist es dann doch nicht. Selbstvorstellungen sind nicht so mein Ding. Also, ich bin momentan 28 Jahre und selbständiger Fotograf mit einer großen Liebe zur Musik. Ich betreibe nicht nur ein Fotostudio, sondern auch einen Plattenladen. So habe ich quasi meine wichtigsten Hobbys zum Beruf gemacht.
2. Seit wann fotografierst du und wie bist du zur Fotografie gekommen?
Ich bin ernsthaft erst Mitte 2010 zur Fotografie gekommen, einzig und allein, weil meine kleine kompakte Digitalkamera in Australien nicht ausreichte um das einzufangen, was ich wollte. Ich bin dann zum nächstbesten Elektronik Großhändler geflitzt und habe mir eine Einsteiger DSLR mit einem 18-270 mm Zoom andrehen lassen. Ich habe sehr schnell Feuer gefangen.
3. Hast du dir alles selbst beigebracht oder Seminare, Kurse, eine Ausbildung oder ein Studium absolviert?
Ich habe mir vieles selbst beigebracht und habe sehr viele Workshops besucht, gute wie auch schlechte. Am Besten lernt man durch’s Ausprobieren. Wenn mich etwas anfixt, kann ich nicht anders und muss richtig tief in die Materie eintauchen. Die Einsteiger DSLR Kamera war dann auch schnell gegen etwas professionelleres eingetauscht.
4. Welcher Bereich der Fotografie inspiriert dich und welchem widmest du dich am meisten?
Mich interessiert die Menschenfotografie (blödes Wort) am meisten. Das Rauskitzeln von Emotionen, der Kontakt und die Gespräche mit Menschen machen mir einfach sehr viel Spaß.
5. Warum gerade dieser Bereich, was ist daran so inspirierend und spannend?
Spannend ist, dass man viele Facetten einfangen kann. In der Reportage, die Gefühlsausbrüche oder die stillen Momente und in der Portraitfotografie zu versuchen, mit dem Ausdruck zu arbeiten. Ein Gesicht kann Geschichtsbände füllen. Das aktuelle CD-Cover von “Soap&Skin” z.B. ist sehr beeindruckend, nicht wegen dem Licht, sondern allein wegen dem Ausdruck. Ein sehr tief gehendes Bild.
6. Welcher Techniken bedienst du dich beim Fotografieren (Polfilter, Grauflilter, Langzeitaufnahmen,…) oder erfahren die Bilder erst am Computer eine intensive Bearbeitung?
Ich versuche natürlich schon in der Kamera mein Bild zu bekommen. In der heutigen Fotografie ist eine leichte Bildbearbeitung allerdings Pflicht. Mal muss man mehr Hand anlegen und mal weniger. Ich bin aber kein Freund davon, ein Gesicht so sehr zu bearbeiten, dass dieses nichts mehr mit der Realität zu tun hat. Wie in allen Bereichen, ist auch hier ein gesundes Maß die hohe Kunst. Kräftig an den Reglern drehen kann jeder. Ein krass geschärftes Bild sieht z.B. sehr cool aus. Neben den ganzen Effekten das gesunde Maß zu finden, ist gar nicht so einfach. Ein Bild sollte nicht durch schnelle Effekthascherei kaputt gemacht werden.
7. Hast du ein Standard-Equipment, welches du beim Fotografieren immer dabei hast?
Ich arbeite mit einem sehr hochwertigen Equipment. Ich fotografiere im Vollformat und nutze lichtstarke Objektive. Wenn ich aber mal “nur so” unterwegs bin, reicht mir ein 50mm völlig aus.
8. Was fällt dir beim Fotografieren am Schwersten?
Ich kenne meine Defizite, an denen ich arbeiten muss. Das geht wohl fast jedem Fotografen so. Niemand ist perfekt und jeder kennt Fotografen, die einfach kreativer und besser sind. Ich sehe manchmal Bilder und denke mir: “Dieses Level wirst Du nicht erreichen.” oder “Warum fällt Dir so etwas nicht ein?” Ich beurteile meine Arbeit meist als solide. Ich bin aber auch ein sehr kritischer Mensch. Wer mich mal nach meiner Meinung gefragt hat, wird das bestätigen können. Mittelmaß ist gut, aber eben nicht gut genug.
9. Du hast ein eigenes Fotostudio!
Ja und in diesem gebe und organisiere ich unter anderem auch Fotografie-Workshops. Ich freue mich jedes Mal, wenn ich einen Kollegen von meinem Konzept überzeugen kann und dieser dann bei mir im Studio einen Workshop gibt. Ich schaue auch gerne dabei zu, denn selbst wenn du vieles selber weißt, gibt es immer mal wieder ein Aha-Erlebnis, welches Dich aufhorchen lässt. Selbst bei meinen eigenen Workshops lerne ich immer wieder etwas dazu. Wie gesagt, wenn mich etwas anfixt, muss ich einfach sehr tief eintauchen.
10. Fotografierst du lieber Outdoor oder in deinem Studio?
Beides, wobei ich in letzter Zeit überwiegend im Studio gearbeitet habe, aber das ist von Phasen und vom Wetter abhängig.
11. Gibt es eine kleine, nennenswerte Geschichte eines Shootings?
Ich rede bei Shootings immer sehr viel und bin wie bereits erwähnt ein großer Musikfreund. Ich hatte ein Shooting mit einem Model und hatte sie gebeten, ihre Haare so zu legen wie “Alanis Morissette”. Leider wusste sie nicht wer Alanis ist. Die Situation war aber so komisch, dass wir alle lachen mussten. Seitdem erzähle ich lieber Geschichten bei einem Shooting, statt solche Anweisungen zu geben, die mein Gegenüber eventuell nicht kennt.
12. Finden wir dich und deine Fotos im Internet?
Nein, ich fotografiere ausschließlich für mich selbst. Okay, das war ‘ne Lüge. Also dann klickt euch mal durch: www.stefan-baesmann.de und www.studio-barmbek.de.
Stefan, herzlichen Dank für das Interview. Für deine Zukunft und deine Ideen wünsche ich viel Erfolg!










Aha, es wird wärmer und die Blogger schreiben wieder. Dann kann der Frühling nicht mehr weit sein
Spaß
Im Ernst: Das ist ja ein interessanter Typ. Ich lese gerne solche Vorstellungen mit echten Fragen.
Super interessant.
ich liebe blogs und dieser ist echt gut.
weiter so liebe grüße