Vorgestellt: Ralf Kracht

Aufmerksam geworden auf Ralf Kracht, Fotograf und Mediendesigner, bin ich durch die Fotocommunity. Sein Bild “Nature strikes back” fand ich klasse, da es ein weiteres Beispiel dafür ist, wie die Natur sich alles zurück holt, wenn das Werk der Menschen vernachlässigt oder vergessen wird. Da ich durch Ralfs Profil erkannte, dass er auch noch aus einer benachbarten Stadt kommt, nahm ich ihn unter Beobachtung *g*.

Hallo Ralf, magst du dich den Lesern einfach mal kurz vorstellen?
Natürlich. Meine Name ist Ralf Kracht. Ich bin Jahrgang 1965. Ich lebe und arbeite  seit 2006 in Remscheid. Mein Familienstand ist “gebunden” und ich habe drei Kinder.

Bildquelle: Ralf Kracht

Seit wann fotografierst du und wie bist du zur Fotografie gekommen?
Ich fotografiere seit meinem neunten Geburtstag. Damals bekam ich eine Kamera von Foto Porst geschenkt. Sie wurde mit den alten Kasettenfilmen bestückt und lieferte selbst für wohlwollende Augen eine grausame Bildqualität. Trotzdem hat mich der Virus Fotografie damals gepackt und ich konnte das Fotografieren nicht mehr sein lassen.
Meine zweite Kamera war die abgelegte Spiegelreflexkamera meines Vaters. Sie war von Foto Quelle und das Objektiv war kaputt. Man konnte nur mit Blende 8 fotografieren.Es war etwas schwierig, aber seitdem kann ich Blende 8 (lächel). Mit ihr fotografierte ich während meiner Schulzeit und nahm an den ersten Wettbewerben teil.
Später habe ich dann eine eigene, funktionierende Kamera gekauft. Mit 15 hatte ich eine Minolta und dann mit Anfang 20 kam meine erste Nikon.Später kamen Hasselblad und Sinar dazu und während des Studiums auch einiges an Studiotechnik. Über 20 Jahre hatte ich auch mein eigenes Labor. Das habe ich 2003 aufgegeben. Mein Tribut an die Digitaltechnik.

Damit erledigt sich ja schon fast meine dritte Frage: Fotografierst du analog oder digital – oder sogar beides?
In den letzten 5 Jahren fotografiere ich beinahe ausschließlich digital. Zwischendurch habe ich immer wieder einmal etwas analog gemacht, doch letztesJahr habe ich meine gesamte Hasselblad und Leica Ausrüstung verkauft, so dass ich heute nur noch mit der Sinar analog fotografieren kann. Das ist aber in Remscheid und Umgebung ein echtes Problem geworden, denn fast niemand mehr entwickelt mir 4 x 5 inch Planfilme. Also bleibt nur die digitale Fotografie über.

Bildquelle: Ralf Kracht

Hast du dir alles selbst beigebracht oder Seminare, Kurse, eine Ausbildung oder ein Studium absolviert?
Ich habe in Wuppertal Kommunikationsdesign studiert. Dort habe ich bei Wolfgang Vollmer, Marc Itzikowitz und Charles Compére Seminare in Photographie, Studiofotografie und Bildjournalismus belegt. Natürlich habe ich auch viel aus Büchern gelernt und viel probiert.

Welcher Bereich der Fotografie inspiriert dich und welchem widmest du dich am meisten?
Mich inspiriert die Fotografie von Menschen am meisten. Ich fotografiere sehr gern Menschen, dabei hauptsächlich Portraits.

Warum gerade der Bereich der People-Fotografie, was ist daran so inspirierend oder spannend?
Die Auseinandersetzung mit dem Menschen, der mir gegenüber steht oder sitzt, macht mir persönlich sehr viel Spaß.Ich sehe nachher in meinen Bildern nicht nur den Menschen, den ich fotografiert habe, sondern auch eine besondere Eigenart oder einen Charakterzug von ihm. So erzählt mir das Bild mehr, als auf dem Bild objektiv zu sehen ist.

Stellst du dir selbst gezielte Aufgaben oder entwickelst du eigene Projekte?
Meine Projekte entwickle ich zum größten Teil selbst. Natürlich sind meine Auftragsarbeiten von den Vorstellungen meiner Kunden bestimmt. Sie sollen schließlich auch dem Kunden dienlich sein. So treten in Auftragsarbeiten gewisse Aspekte der eigenen Verwirklichung in den Hintergrund.Meine eigenen Projekte bearbeite ich, wenn ich Zeit habe und ich lasse mir auch Zeit dabei.

Bildquelle: Ralf Kracht

Was fällt Dir beim Fotografieren am Schwersten?
Das ist schwer zu sagen. Vielleicht fällt es mir am schwersten, mehrere Tage mit Produktfotos im Studio zu verbringen, wenn draußen die Sonne scheint und es 32 ° C im Schatten sind.

Hast du einen Tipp aus dem Bereich der Fotografie, welchen du den Lesern mitgeben möchtest?
Viel sehen, viel probieren und wenig von dem nachmachen, was andere tun. Darüber nachdenken, was an der eigenen Sicht der Dinge besonders ist. Welche Aspekte sind mir besonders wichtig? Dies möchte ich zeigen und auch sehen. Das spannende Foto ist oft das persönliche Foto, welches eine Geschichte vom Fotografen erzählt.

Finden wir dich und deine Fotos im Internet?
Ich habe mehrere eigene Webseiten, z.B. krachtfotokonzept.de oder kracht-foto.de. Ich veröffentliche aber auch Fotos in der fotocommunity und in der Model Kartei.  Dort zeige ich meine Arbeiten.

Herzlichen Dank, Ralf. Mit dir hatte ich nun auch endlich mal einen männlichen Interview-Partner. Viel Erfolg mit deinem Studio und deiner freiberuflichen Tätigkeit als Fotograf und Mediendesigner!

Über den Autor

Inhaber und Admin dieser Website. Mit Fotos, Videos und Informationen möchte ich diese Website interessant und auf dem Laufenden halten. Gerne nehme ich Tipps und Hinweise auf. Schreibt mich bitte über das Kontaktformular an.

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