Vorgestellt: nadir’s big chance

Kennst ihr das Projekt “nadir’s big chance”? Nein? Gut, denn dann müsst ihr hier weiterlesen. Beim Stöbern durch den Bilderpool von 500px.com stieß ich auf Bilder aus diesem Projekt, welches von Jens Unglaube ins Leben gerufen wurde.

Mich faszinierten die Bilder so sehr, dass ich mich dachte, dass diese mit den passenden Informationen über seinen Urheber und seinen Gedanken dazu einen Artikel auf meinem FotoBlog wert sind. Also erkundigte ich mich, wer als Person hinter den Bildern steckt und habe mich nicht gescheut Kontakt mit ihm aufzunehmen. Glück habe ich gehabt, denn obwohl Jens Unglaube auf dem internationalen Fotoportal 500px.com alles in englisch schreibt, kommt er doch aus Deutschland und dann auch noch fast von nebenan (auf mich bezogen).

Ich habe kein virtuelles Interview mit Jens geführt, sondern ihn gebeten, etwas über sich selbst und seinem Projekt zu schreiben. Und was dabei herum gekommen ist, lest ihr hier.

Ich bin selbstständiger Architekt und fotografiere seit 2006. Damals habe ich mir den lang gehegten Wunsch nach einer Spiegelreflexkamera erfüllt und wusste erst mal gar nicht, was ich damit anfangen soll. Mittlerweile habe ich so einiges ausprobiert und mir vieles selbst erarbeitet, aber da ist natürlich noch viel Luft nach oben. Ich sehe mich schon noch auf dem Level eines ambitionierten Hobbyknipsers.

Über die Idee mit den kleinen Figuren – übrigens Modelleisenbahnfiguren, Maßstab 1:87 (H0), weil ich das auch immer gefragt werde – bin ich irgendwann mal in einen Buchladen gestolpert, wo ich durch Slinkachus Buch “Kleine Leute in der großen Stadt” geblättert habe. “Lustige Idee”, dachte ich mir und habe das Buch wieder weggelegt, aber die Bilder haben sich irgendwo in meinem Kopf eingenistet.

Eine ganze Weile später habe ich mir die ersten Figuren gekauft und die lagen dann auch erst nochmal wochen- und monatelang irgendwo herum, weil ich keine Idee hatte, was ich damit machen und wie ich an die Sache herangehen wollte. Wie du [damit meint er mich] ja auch in deiner ersten Mail geschrieben hast “einfach Figuren kaufen und loslegen” ist es eben nicht. Die Bilder, die bei so etwas herauskommen, findet man auch zuhauf, gerade z.B. auf Flickr, aber ein bisschen mehr gehört eben schon dazu. Nach den ersten Versuchen war der Knoten dann aber geplatzt und nach den ersten 10 Bildern oder so, habe ich mir dann übrigens auch noch das oben erwähnte Buch gekauft. Die Art und Weise, wie ich die Bilder mache, entwickelt sich immer noch weiter, ich bin da noch nicht festgefahren, was man – denke ich – auch sieht und was es für mich selbst auch spannend macht.

Ich fotografiere mit einer Canon EOS 550D. Die ersten Bilder habe ich mit dem Canon 50 mm f2.5 Macro Objektiv gemacht, seit Ende letzten Jahres benutzt ich das Canon 24-70 mm f2.8 Objektiv, das natürlich als Zoom-Objektiv auch nochmal mehr Möglichkeiten bei der Perspektive und der Inszenierung bietet und trotzdem ein sehr gut dosierbares Spiel mit der Schärfentiefe ermöglicht. Die meisten Fotos sind mit Stativ geschossen, weil ich in der Regel auch viele Probeschüsse erstelle, bis ich die Perpsektive und das Licht so hinbekomme, wie ich es mir vorstelle. Ansonsten benutze ich absolutes Lo-Fi Equipment. Das Licht – wenn nicht natürlich oder normale Zimmerbeleuchtung - kommt von 1 bis 3 kleinen LED-Taschenlampen, die ich während der Aufnahme mal irgendwo platzieren kann und mal mit Hand und Zähnen so festhalte, dass ich das Licht genau dahin bekomme, wo es in dem kleinen Set sein soll. Wenn ich sonst etwas brauche, Hintergründe, Reflektoren o.ä., dann bastele ich mir das aus dem zusammen, was ich zu Hause finde. Und von der häuslichen Umgebung leben ja auch viele meiner Fotos.

Ich bin übrigens schon des Öfteren darauf angesprochen worden, dass die Leute die Hintergründe schlecht finden. Es wäre doch besser, wenn man da einen weißen oder schwarzen Hintergrund hätte, statt des unscharfen Salzstreuers oder ähnlichem. Aber genau das ist ja das Konzept!
Auch immer wieder gerne gefragt, wie ich auf diese Ideen komme. Kurze Antwort: Die kommen einfach. Manchmal habe ich Ideen und muss in meinem Fundus oder im Shop schauen, ob es die passenden Figuren gibt, manchmal sehe ich Figuren und habe eine Idee dazu. Oft dauert es dann auch noch lange, bis mir zur Figur und der Idee die passende Umsetzung einfällt.

Jens sieht 500px.com übrigens nicht als Hauptplattform für sein Projekt, sondern seine Facebook Seite nadir’s big chance. Wenn euch die Fotos mit den kleinen Modellfiguren auch gut gefallen, dann klickt doch einfach mal dort rein.

don't step on the grass, sam by nadir's big chance (project) (jensunglaube) on 500px.com

don’t step on the grass, sam

won't get fooled again by nadir's big chance (project) (jensunglaube) on 500px.com

won’t get fooled again

waste of words by nadir's big chance (project) (jensunglaube) on 500px.com

waste of words

careful with that axe, eugene by nadir's big chance (project) (jensunglaube) on 500px.com

careful with that axe, eugene

crying won't help you now by nadir's big chance (project) (jensunglaube) on 500px.com

crying won’t help you now

stella was a diver and she was always down by nadir's big chance (project) (jensunglaube) on 500px.com

stella was a diver and she was always down

Über den Autor

Inhaber und Admin dieser Website. Fotografie ist (m)eine Leidenschaft und diese möchte ich auf diesem FotoBlog mit meinen Lesern teilen. Gerne nehme ich Hinweise und Anregungen entgegen. Schreibt mich bitte über das Kontaktformular an.

Kommentare (6)

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  1. Juergen sagt:

    ich liebe Modellfotografie en Miniature, bei der Gelegenheit darf ich hier auch auf auf den Fotokünstler und Kulissenbauer “Frank Kunert” hinweisen, der schon recht surreale Szenoramen baut.

    ansonsten “Sticky Post”, Fahnen hoch für die Fotografie mit Miniaturen mit reichhaltiger Trickkiste;-)

  2. Holger Reich sagt:

    Wenn man seiner Phantasie freien Lauf läßt, kommen oft seltsame Gewächse dabei heraus – aber ohne dies gäbe es Stillstand und Langeweile.

    Jedenfalls verstehe ich jetzt den Unterschied zwischen Modelfotografie und Modellfotografie ;-)

  3. Juergen sagt:

    Jedenfalls vesrtehe ich jetzt den Unterschied zwischen Modelfotografie und Modellfotografie

    Hallo Holger,

    Modellfotografie passt natürlich auch für Szenerien im Massstab 1:1, z.B. echte Models vor aufregenden Hintergründen, ich sehe diesen Gattungsbegriff als sehr vielseitig an und schätze dieses Keyword sehr, dass ich diesen Begriff als .de und .com Domäne schon vor Jahren gesichert habe;-)

    zum eigentlichen Thema: es kann schon zu einer richtigen Leidenschaft werden, kleine Dioramen zu bauen und in freier Natur unter Einbeziehung der realen Natur beeindruckend zu fotografieren, denke, aus dieser Art von Modellfotografie könnte weltweit eine gewachsene Fangemeinde entstehen, vielleicht auch etwas für Jochens Flickr Gruppe oder schönes Thema für ein lokales Treffen ;-)

    • Jochen sagt:

      Ja, ich könnte noch eine Flickr-Gruppe aufmachen, möchte ich aber nicht. Ich habe bereits zwei Gruppen zum Blog und bin auch erfreut, dass immer mehr Fotos eingestellt werden.

      Man könnte natürlich darüber nachdenken, den Lesern eine Aufgabe zu stellen. Die Ergebnisse müssten dann in einen der bestehenden Flickr Gruppenpools (wo es gerade thematisch reinpasst) hochgeladen werden. Aber ohne echten Gewinn lassen sich erfahrungsgemäß die Leser nicht motivieren, bei solchen Aktionen mitzumachen.

      LG vom Jochen

  4. Nina sagt:

    Also die Bilder finde ich echt gut :) Ich bin Anfängerin und würde gerne auch so was fotografieren. Wo kaufen Sie diese kleine Figuren?

    • Jochen sagt:

      Im Modellbauladen, wo es auch Eisenbahnen gibt. Bei Amazon & Co findet man diese auch im Internet-Handel. Die Figuren entsprechen der Eisenbahnmodellbaugröße H0.

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