Der Traum vom eigenen Fotostudio

„Ein eigenes Fotostudio, das wäre doch mal was!“ – Darüber denken viele Hobby-Fotografen nach, die ambitioniert im Bereich People- und Produktfotografie unterwegs sind. Beschäftigen sie sich dann intensiver mit den Gedanken, scheitern sie bereits an fehlenden Dingen wie einer geeigneten Räumlichkeit oder dem ausreichenden Budget.

Auch ich habe hin und wieder diese Gedanken – für alle Ewigkeiten verworfen habe ich sie nie. Da in unserem Haus kein geeigneter Raum zur Verfügung steht, kämen nur externe Objekte in Betracht. Bekannte und Verwandte haben keine Immobilien, in denen sie mir Räumlichkeiten zur Verfügung stellen können. Die logische Konsequenz ist das Anmieten. Aber will und kann ich mir das wirklich ans Bein binden? Mietpreise sind regional unterschiedlich hoch und zudem hängen die Quadratmeterpreise auch von der Substanz der Immobilie ab. Geschenkt bekommt man nichts und ich frage mich, wie viel ich monatlich persönlich zu investieren bereit bin, um es noch als Hobby und nicht als Wahnsinn zu sehen.

Fotostudio

Fotostudio

Aber da gibt es auch noch die Frage nach den Mindestanforderungen an den Raum. Ich meine, dass man für die Fotografie von Personen wenigstens einen Raum von 10 Metern Länge, 4 bis 5 Metern Breite und mindestens 3 Meter Deckenhöhe haben sollte. Ich habe auch schon von kleineren Fotostudios gelesen, jedoch denke ich, dass man damit zu viele Kompromisse eingeht. Bei 10×5 Metern ist man schon bei 50 m² Grundfläche.
Und was ist mit einer Toilette, eventuell einer Dusche, Heizung und weiteren Nebenkosten wie Strom? Alleine werden sich das nur die wenigsten Leute leisten wollen und können. Ich bin einer davon. Also was tun? Mehrere Leute finden und sich zusammentun ist womöglich eine Alternative.

Mich interessiert, wie ihr das gemacht habt oder wie ihr darüber denkt, die ihr ähnliche Träume habt. Welche speziellen Erfahrungen habt ihr gemacht? Was denkt ihr über meine Mindestanforderungen an eine geeignete Räumlichkeit? Welche Dinge müssen noch berücksichtigt werden? Über regen Erfahrungsaustausch freue ich mich!

Interessant finde ich in dem Zusammenhang auch diesen Artikel auf fotoblog.viktor-dite.de und diesen Artikel auf blog.magistus.de.

Eine Bitte zum Schluss: Falls ihr in und um Wuppertal Räumlichkeiten kennt, die für ein Studio geeignet wären, meinen Vorstellungen in etwa entsprechen und (günstig) zu mieten sind, wären ich für einen Tipp sehr dankbar!

Über den Autor

Inhaber und Admin dieser Website. Fotografie ist (m)eine Leidenschaft und diese möchte ich auf diesem FotoBlog mit meinen Lesern teilen. Gerne nehme ich Hinweise und Anregungen entgegen. Schreibt mich bitte über das Kontaktformular an.

Kommentare (20)

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  1. Darüber nachgedacht haben wir schon, aber angesichts unserer tanzlastigen freien Arbeiten reichen uns deine angegebenen Raumgrößen bei weitem nicht und etwas Bühnenähnliches brauchen wir auch.

    So haben wir uns entschlossen, in vorhandenen Räumen bei Nichtnutzung (Schulferien in einer Schule) die dortigen Möglichkeiten zu nutzen. Mit etwas Vitamin B ist so etwas möglich.

    Ich glaube aber, dass wir für die „normale“ People-Photographie eher Homeshootings/Outdoor oder kleine Setups nutzen würden.

    Ganzkörperbilder auf Hintergrundpapier oder vor einem Stoffhintergrund sind doch meist sehr künstlich und unglaubwürdig. Und für Portraits reichen doch eher kleine Blitze, ein kleiner Hintergrund aus Packpapier oder ähnlichem, hier ist Kreativität gefragt und nötig.

    Ein eigenes Studio ist zumindest meiner Meinung nach nicht besonders wichtig. Der Gedanke ist sicher reizvoll, aber man sollte sich vorher gut überlegen, in welchem Maße man es nutzen will.

    Studiogemeinschaften die mir bekannt sind, funktionieren meist recht schlecht, zumindest dann, wenn die Nutzung sich oft überschneidet oder aneinanderreiht. Auch das Material und die Pflege ist oft ein Thema, was soll angeschafft und wer möchte womit arbeiten.

    Ich glaube, man muss sich bei einem festen Studio vor allem über eines im klaren sein…. es ist fest, ein Hintergrund wird schnell langweilig, Motivhintergründe muss man mögen und es bindet den Photographen an die Möglichkeiten.

    nur meine paar cent zu dem Thema
    lg
    martin

    • Jochen sagt:

      Hi Martin, ich bin bei dir in einigen Punkten. Hintergründe aus Papier und Stoff können langweilig sein, Requisiten ebenso. Ebenso können Lichtsetups schnell langweilig werden, sei denn man setzt ständig neue Blitze, Lichtformer etc ein. Und natürlich muss eine Gemeinschaft funktionieren. Je weniger, desto besser, aber womöglich auch umso spartanischer die Ausstattung.

      • Ich glaube die Ausstattung ist gar nicht so entscheidend, ein warmer trockener Raum, Strom und genügend Zeit sind viel wichtiger, als elend viel Ausstattung, zu viel davon lenkt ab und kann extrem verwirren. Ich kann leider ein Lied davon singen 😉 und ein gut gesetzter Blitz ist viel viel besser als drei mittelmäßig plazierte.

        Aber ich muss zugeben, ein Studio zu haben hat definitv Vorteile die nicht zu unterschätzen sind, und so gesehen muss ich meinen Post von oben schon etwas anders sehen, für uns sind 120qm und 5 Meter lichte Höhe das absolute minimum, und die Anforderung versaut einen für Studiopläne extrem 🙁

        • Jochen sagt:

          Ja, das kann ich mir vorstellen. Aber auch ein übergroßer Raum mit immer ähnlicher Belichtung und ähnlichen Motiven kann auf Dauer langweilig werden, oder?

  2. Holger Reich sagt:

    Hallo Jochen,
    ich will nicht prahlen, denn das Haus habe ich quasi fast umsonst bekommen, doch ich habe das Vorrecht, ein extra Haus (ca.100qm unbewohnt) zum Studiobereich umgebaut zu haben. Etwas mehr als 8 x 4 Meter sind der Hauptbereich, Bad, WC, Küche und weitere Nebenräume für Shootings sind gegeben.

    Die Finanzierung erfolgt dadurch, daß ich ein Gewerbe angemeldet habe. Der Shootingbetrieb erfolgt mit meinem langjährigen Fotofreund, so daß es nie langweilig wird (und wir sind uns gegenseitig „Lichtassi“). Merke: Drum prüfe, an wen man sich bindet – auch wenn es nicht für ein ganzes Leben reichen wird, so gehört ein gutes Fundament zu solch einer Partnerschaft.

    Sowas halte ich für ein tragbares Konzept.
    lg
    Holger

    • Jochen sagt:

      Ein extra Haus? Wie meinst du das? Haus im Haus, Haus neben Haus,…? Wie dem auch sei, in solch eine Lage rutscht eben nicht jeder rein.

      Aber immerhin finden sich meine Vorstellungen der Größe eines Raumes in etwa in deinem wieder :).

  3. Holger Reich sagt:

    Übrigens genieße ich die Möglichkeiten, die ein Studio bietet. Die totale Kontrolle von Licht und Schatten ist eine Sache, die man dort bis zum Exzeß üben kann – vor allem in der kalten Jahreszeit. Hintergründe zu stylen durch Licht, Farbstrahlen, Schattenwürfe und auch mal eine richtige Deko ist auch serh reizvoll – auch wenn ich Shootings on Location sehr liebe – es ist halt etwas anderes.

    • Jochen sagt:

      Jepp, aber Herne ist auch nicht mal eben nebenan 😉

      • Holger Reich sagt:

        Da ich in Dortmund arbeite, kann man es „auf den Weg legen“ und von dir aus sind es 30 km ein Weg.

        Ich fahre jeden Tag 60 km zur Arbeit – da gewöhnt man sich vllt auch an die Entfernungen. Bei on Location Shootings ist es oft nicht weniger. Da fährt man auch schonmal nach Kassel, Holland etc.

  4. Matthias sagt:

    Ja, überlegt habe ich es auch schon, aber momentan bin ich erstmal davon ab …
    Da die Kinder noch recht klein sind ist man familiär doch noch recht eingespannt und kann das Hobby nicht ganz so ausleben^^
    Für die Zukunft habe ich das Thema aber noch im Hinterkopf und wenn sich mal der passende Studiopartner oder eine tolle Gelegenheit ergibt …
    Momentan habe ich noch das Glück, dass man sich in Berlin auch relativ preiswert einmieten kann, was auch den Vorteil hat, dass man immer mal ein anderes Studio hat und evtl. auch schonmal Erfahrungen sammeln kann, auf was man so achten sollte.

    • Jochen sagt:

      Die Foto-Mietstudios in meiner Gegend sind relativ teuer. Klar, die Vermieter wollen auch ihre Investitionen wieder rein bekommen, die Nebenkosten decken und auch noch ein paar Euronen verdienen. Jedoch weiß ich aus anderen Städten, dass es auch günstiger geht. Wenn da eben nicht die lange Anreise wäre (die ja auch noch etwas kostet),…

  5. Magistus sagt:

    Hi Jochen! Vor genau dieser Frage stand ich vor ca. drei Jahren auch. Ich habe mich dann einer Studio-Gemeinschaft angeschlossen, an der ich noch heute mit leicht veränderter Besetzung beteiligt bin. Mit drei Leuten haben wir einen ca. 50qm-Raum gemietet, was sich durch diese Konstellation auch finanzieren lässt.
    Man muss sich natürlich fragen, ob man Kompromisse eingehen möchte. Wir sind ein paar eingegangen, z.B. keine Dusche, Deckenhöhe „nur“ ca. 2,90 und die Toiletten sind Gemeinschaftstoiletten wie in Industrieparks üblich. Trotz allem besser als keines zu haben oder immer von Fall zu Fall wo einmieten zu müssen. Und vor allem auch Flexibler.
    So eine Studio-Gemeinschaft geht natürlich nur dann, wenn man sich nicht zu sehr in die Quere kommt und jeder noch genug Termine für seine Shootings findet.

    Hatte dazu auch mal was geschrieben:
    http://blog.magistus.de/2011/09/23/das-eigene-studio/

    • Jochen sagt:

      Jepp, so in der Art ist auch meine Vorstellung. Ich denke, dass man damit gut fahren kann, wenn man drei Leute zusammen bekäme. Eigentlich fehlt bei uns nur noch einer :), aber zum Glück müssen wir auch nichts überstürzen. Zudem kommt jetzt erst mal die Zeit, auch outdoor gut zurecht kommen zu können.
      Deine 2,90 m Deckenhöhe sind dennoch schade, aber als Kompromiss eben auch wieder vertretbar. Und Gemeinschaftstoiletten sind mehr als ausreichend, eine Dusche wäre auch bei meinen Überlegungen nur ein Bonbon.

  6. Juergen sagt:

    vor ein paar Jahren hatte ich auch eine bezahlbare Location ca 100 qm für vier (Hobby)Fotografen im Angebot, nur war am Schluss keiner bereit, 80 Euro pro Monat dafür zu berappen;-)

    bin sowieso mehr ein Outdoor Knipser, zumal die Personen auf den Bildern motivierter und lebendiger wirken als vor langweiligen Studio Kulissen;-)

  7. Peter Bux sagt:

    Hallo Jochen,
    ich kann dir ein Studio in der Nähe von Radevormwald anbieten.
    Kosten keine. Mir ist es wichtiger, dass das Hobby Fotografie weiterentwickelt wird und es macht halt unter mehreren mehr Spaß.
    Dort habe ich eine kleine Wohnung mit 49qm² zu einem Weißen Raum, Küchenbereich und einem 19qm² großen neuen Badezimmer mit Dusche, Wanne und zwei Waschbecken umgebaut. Des Weiteren habe ich noch eine 60 qm² große „Schmiede“ (kleines Haus) für Lager und Seminarraum umgebaut.
    Zurzeit wird ein Heuboden mit der Fläche von ca. 6 x 10 Meter zu einem weiteren Raum umgebaut. Dort sollen drei verschiedene Ecken eingerichtet werden. Ach ja, ein Gewölbekellerraum kommt auch noch dazu.
    Am Sonntag wollen wir den Außenbereich umgestalten. Dort ist ein sehr großer Gartenpavillon mit kleinem Wäldchen, Feuerlöschteich, Badewanne usw. vorhanden.
    Zurzeit ist eine Henselblitzanlage mit 2x 500 Watt und 1X 250 Watt inkl. jede Menge Zubehör vorrätig.
    Geplant ist noch eine Aurora-Blitzanlage.
    Wenn Du Interesse hast dich aktiv einzubringen, dann freue ich mich über eine Antwort. Oder schau einfach am Sonntag ab 12:00 Uhr bei uns vorbei.
    Mit freundlichen Grüßen
    Peter Bux

    • Jochen sagt:

      Hallo Peter, danke zunächst für dein Angebot. Wie viele Leute sind denn heute schon im Team? Und wie werden die Termine geregelt? Oder gibt es nur Gemeinschaftsaktionen?

      • Peter Bux sagt:

        Es sind nur zwei weiter Hobbyfotografen dabei. Zu viel sollte auch nicht werden. Dann Artet das ganze wieder in Stress aus. Termine werden über ein Google-Terminkalender geregelt.
        Ruf mich doch einfach mal an: 0177/7117453
        mfg
        Peter

  8. Holger Reich sagt:

    Hallo peter, JETZT weiß ich wenigstens, was du mit deinem Angeboot gemeint hattest 😉 Tolle Location. Da hast du echt eine prima Möglichkeit – die muß man auskosten 🙂

    • Peter Bux sagt:

      Danke Holger,
      leider habe ich zu wenig Zeit zum Fotografieren. Muss mich ja um die Location kümmern. Aber ich freue mich, wenn alles fertig ist und ich endlich einige Bilder machen kann.

  9. Sebastian sagt:

    Man kann, wenn man es geschickt anstellt, schon auf einer sehr kleinen Fläche Studiofotografie betreiben. Letztendlich wird man aber immer Kompromisse eingehen müssen, wodurch Frust auf Dauer nicht ausbleiben wird.

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