Blogparade: Aufsteckblitz und Beauty Dish bei Nacht
Als Kerstin und ich vor zwei Wochen ein Shooting im und am Gerstenfeld geplant hatten, war bereits vorher klar, dass auch ein Blitz zum Einsatz kommen sollte, zumal wir auch in den späten Abendstunden Fotos machen wollten.
Einige der dabei entstandenen Bilder habe ich euch bereits im Artikel “Kerstin im Gerstenfeld” gezeigt. Mit dem heutigen Artikel möchte ich auf die Aktion “Richtig Blitzen – Dein Beitrag zum Umgang mit dem Blitz” von Oliver Schaef aufmerksam machen und gleichzeitig meinen Beitrag dazu leisten. Zunächst habe ich überlegt, ob ich mich überhaupt beteiligen möchte. Denn “richtig” zu Blitzen ist zum einen ein sehr Diskussion würdiges Thema, zum anderen gibt es bestimmt viele Leute, die an meinem Beispiel zeigen, was ich eben nicht richtig gemacht habe. Wie dem auch sei, für Tipps bin ich immer offen! Nun aber zum Thema…
Beim Shooting blitzte ich bereits sehr früh mit dem Aufsteckblitz, obwohl es nur leicht dämmerte. Der Grund lag darin, dass ich Bereiche am Model aufhellen musste, die zu sehr im Schatten lagen. Blitzbelichtungskorrekturen um -1 bis -2 Blenden sollten ein zu kräftiges Ausleuchten verhindern. Das Aufhellen wäre auch mit einem Reflektor zu bewerkstelligen gewesen, aber einen Assistenten hatten wir nicht dabei.
Später, als es dann richtig dunkel wurde, nahm ich dann ein Leuchtenstativ mit montiertem Blitzneiger und MobiFlash Adapter, setzte meinen Aufsteckblitz Speedlite 430EX II von Canon darauf und einen 40er Beauty Dish davor. Den Blitz löste ich entfesselt aus. Da ich keinen E-TTL fähigen Sender habe, nahm ich das 5m-Kabel aus dem Zubehörhandel; Canon bietet ein solch langes Kabel nicht an. Ich hätte den Blitz auch manuell einstellen können. Das wollte ich aber nicht, um Erfahrungen mit diesem Setup zu sammeln.
Das Stativ mit dem Blitz und Beauty Dish stellte ich ungefähr 3 bis 4 Meter vom Model entfernt auf. Meine Wahl auf die einfallende Lichtrichtung fiel auf links oben. Das hier gezeigte Portrait ist mit folgenden Kamera-Einstellungen entstanden:
- Brennweite: 75.0mm
- Blende: f/4.0
- Belichtungszeit: 1/15s
- ISO: 400
- Belichtungsmodus: manuell
Was habe ich dabei gelernt? Da das AF-Hilfslicht des Systemblitzes von hinten gegen den Beauty Dish und nicht auf das Model leuchtete, hatte meine Kamera extreme Probleme zu fokussieren, weil es aufgrund der Dunkelheit keine oder nur sehr selten erkennbare Kontrastgrenzen gab. Um das Problem in den Griff zu bekommen, hätte ich dem Model eine Lichtquelle wie Feuerzeug oder Taschenlampe in die Hand drücken können, welche sie nur zum Zwecke der Fokussierung aufleuchten lässt. Besser wäre gewesen, den Autofokus auszuschalten und manuell zu Fokussieren, natürlich auch mit einem geeigneten Hilfslicht. Da ich auch die Kamera auf einem Stativ stehen hatte und den Abstand zum Model nicht oder nur selten verändert habe, wäre das wohl die eleganteste Wahl gewesen, da der Aufwand dann nur selten nötig gewesen wäre.










Danke Jochen für deinen Beitrag. Die Kombination Beauty-Dish und Aufsteckblitz ist mir völlig neu und das daraus entstandene Licht gefällt mir sehr, gepaart mit einem schönen Motiv – perfekt. Die Problematik mit der Fokussierung ist nicht zu unterschätzen, für so einen Zweck ist auch eine Stirnlampe ganz hilfreich.
Und, ja, “Richtig Blitzen” ist eine Auslegungssache. Mir geht es aber darum einen Anreiz zu schaffen über etwas zu bloggen – ein richtig oder falsch gibt es dabei nicht, es geht lediglich um die Vorstellung einer Sache, wie der einzelne mit seinem Blitz umgeht. Ich finde es super zu lesen, wie du mit deinem Equipment solch ein Ergebnis erzielt hast.
Hi Olli, danke für deinen Kommentar! Das mit der Stirnlampe ist eine gute Idee! Da liegt bei mir zu Hause eine LED LENSER® Stirnlampe von Zweibrüder und ich habe sie noch nie benutzt! Danke
Hallo Jochen,
den Adapter von MobiFlash kannte ich noch gar nicht, scheint ne günstige Alternative zu den “üblichen Verdächtigen” zu sein.
Warum hast du als Verschlusszeit eine 1/15sec gewählt? Wegen dem Hintergrund? Der scheint mir nicht ganz schwarz zu sein sondern noch ein wenig bläulich?
Gruß Mario
Hallo Mario, du liegst richtig. Die etwas längere Verschlusszeit sollte den Hintergrund nicht ganz absaufen lassen. Das war auch der Grund, warum ich die Kamera auf dem Stativ hatte, sonst hätte ich sie kaum ruhig halten können.
Hallo Jochen,
ich nutze das System “Flash2softbox” von der SambesiGroup. das ist eine echte Alternative für den schnellen Einsatz mit leichtem Gepäck. Nicht immer kann/will man ja seine fette Lichtanlage (falls vorhanden!) mitnehmen.
Ein prima Beitrag.
cu
Holger
Hi zusammen! ein echt gelungener Beitrag wie ich finde!!
bin auch schon ein großer Fan der Aufsteckblitz Softboxkombi…von den Diversen Herstellern…oder auch den Wabenvorsätzen…Flügeltüren etc…
im übrigen, falls sich jemand nicht vorstellen kann…wie sowas aussieht der kann hier mal schauen: http://www.krolop-gerst.com/blog/video-tutorial/video-technical-6-flash2softbox-teil-2/lang/de/
allerdings bin ich von der Kombi Aufsteckblitz und Beauty-Dish nicht so 100% überzeugt, da ich finde, dass eine Aufsteckbeautydish dem Aufsteckblitz meiner Meinung nach zu viel Leistung raubt…und man so den Blitz relativ “hoch powern” muss…wodurch evtl. die Blitzröhre schneller Kaputtgeht…wie seht ihr das?
für alle, die nen Studioblitz mit mehr power haben…würd ich eher nen porty mitnehmen…für alle anderen ohne find ich es trotzdem ne super möglichkeit!
LG Christian